Viele betrachten KI als simples Werkzeug oder Tool – und verpassen dabei das wahre Potenzial von Künstlicher Intelligenz. Ein Werkzeug folgt Anweisungen. KI kann mitdenken, überraschen und neue Wege aufzeigen. Wer würde einen Hammer, der tut, was man ihm sagt, als Werkzeug bezeichnen?
Einleitung
Oft liest man Artikel mit Aussagen wie der folgenden:

Oder auch diesen Titel eines Videos:

Warum bezeichnen viele KI als Werkzeug oder Tool? Es scheint so zu sein, dass einige Personen und Firmen das wahre Potential von KI nicht entfalten können.
Ein Werkzeug hat folgende typischen Merkmale:
- Passive Ausführung: Reagiert nur auf direkte Eingaben
- Vorhersagbarkeit: Identische Eingabe führt zu identischem Ergebnis
- Begrenzte Autonomie: Keine eigenständige Problemlösung
- Instrumenteller Charakter: Mittel zum Zweck, nicht Problemlöser
Noch anschaulicher: Ein Hammer wird als Werkzeug verwendet, um Nägel oder andere geeignete Dinge verschiedener Größen in die Wand oder andere Flächen zu schlagen. Er wird auch verwendet, um Dinge zu zerschlagen. Manche werfen damit auch (Highland Games).
Wohl niemand würde sagen, dass ein Hammer besonders leistungsfähig oder intelligent sei oder selbständig Dinge erledigen kann.
KI hingegen kann hochflexibel Probleme unterschiedlichster Art lösen, und zwar oft besser und schneller und zuverlässiger, als es jedem Menschen möglich wäre. Dies hat rein gar nichts mit einem Werkzeug zu tun.
Gewöhnliche Software hat diese Eigenschaften nicht. Herkömmliche Software kann typischerweise
- nicht hochflexibel Probleme lösen, sondern nur das, was vorgesehen wurde,
- schon gar nicht unterschiedlichster Art, sondern nur das, was einprogrammiert wurde,
- oft auch nicht besser als jeder Mensch, sondern einfach nur so, wie ein Programmierer es vorgegeben hat oder es aufgrund von Eingabedaten und einer Datenbank möglich ist.
Viele kennen nur ChatGPT, Gemini oder Copilot. Sie benutzen diese KI-Systeme als jemand, der vor dem Bildschirm Dinge in einen Chatbot eintippt oder in das Mikro spricht.
Bequemlichkeit ist der Feind des Guten.
KI kann viel mehr. Oft wird KI als Werkzeug angesehen, was darauf hinweist, dass das volle Potential dieser mächtigen Technologie nicht ausgeschöpft wird. Wird ein System, das auf Künstlicher Intelligenz basiert, hingegen als Mitarbeiter betrachtet und auch dementsprechend eingesetzt, dann können die unglaublichen KI-Möglichkeiten durchaus genutzt werden. Vorausgesetzt, das KI-System ist für den gegebenen Anwendungsfall optimiert.
Das Potential von KI
Wenn KI richtig eingesetzt wird, ist sie ein Problemlöser. KI ist eine Lösung.
Wer KI nicht nutzt, um Dinge zu automatisieren, nutzt einen Chatbot. Das ist nett, aber nicht mehr. Ein Nettbot sozusagen.
Viele setzen KI mit Prompting oder Prompt-Optimierung gleich. Das ist so, als würde man einem Mitarbeiter genau sagen, was dieser zu tun hat. Der Mitarbeiter darf nur das tun, was ihm gesagt wird.

KI-Automatisierung ist das, was eine leistungsfähige KI-Lösung ermöglicht. Prompting hingegen entmündigt KI und gibt dem Menschen, der nicht weiter weiß, ein gutes Werkzeug an die Hand. Mehr aber auch nicht. Lieber mit Werkzeug unterwegs als ohne. Aber viel lieber eine intelligente Lösung als ein recht einfach gestricktes Werkzeug.
Ein paar Beispiele zeigen, was der Unterschied zwischen dem anscheinend weit verbreiteten Prompting und echten KI-Lösungen ist.
Problem: Blog-Artikel übersetzen
Prompting (oder DEEPL): Jeden Absatz einzeln in ein Eingabefeld kopieren, Antwort abwarten, Ergebnis in neuen Blog-Artikel kopieren und Formatierung manuell prüfen und korrigieren. Für 10 Blogartikel und 10 Sprachen den Prozess 100 mal (10*10) wiederholen, das macht richtig viel Spaß.
KI-Lösung: URL des Blog-Artikels eingeben, kurz warten und fertigen WordPress-Beitrag im Entwurfsmodus ansehen, ggf. korrigieren und per Knopfdruck veröffentlichen. Für 10 Blogartikel und 10 Sprachen den Prozess pro Blogartikel einmal wiederholen, also insgesamt 10 URLs eingeben. Während der Prompter noch flucht, ist der Kollege dank einer KI-Lösung bereits seit Stunden im Freizeitmodus.
KI wird dann zum Werkzeug degradiert, wenn ihr Potential nicht ausgeschöpft wird!
Problem: Rechnungen analysieren: Rechnungspositionen extrahieren, Warengruppennummern extrahieren und abgleichen, Ergebnis als Excel-Datei erzeugen
Prompting: Upload einer Rechnung mit sensiblen Daten in ein KI-System eines amerikanischen oder chinesischen Unternehmens. Prompt formulieren. Ergebnis prüfen, stimmt nicht. Prompt anpassen. Ergebnis besser, aber nicht sehr gut. Letzter Versuch, dann das mäßige Ergebnis akzeptieren. Prompt eingeben, damit ChatGPT eine Excel-Datei erstellt. Das klappt nicht richtig. Deswegen Copy & Paste des Ergebnisses in ein neues Excel-Sheet. Korrektur der Struktur, Formatierung und inhaltlicher Fehler. Zwei Stunden später das gleiche Theater mit einer neuen Rechnung.
KI-Lösung: Rechnung auf eigenen KI-Server hochladen. Auf der Benutzeroberfläche die Analyseergebnisse sehen. Möglichkeit haben, Analysefehler zu korrigieren; KI lernt daraus für das nächste Mal. Auf Knopfdruck eine Excel-Datei in perfekter Struktur, Formatierung und mit eigenem Firmen-Logo erhalten. Dem Prompting-Kollegen zuschauen, wie er verzweifelt, und ihn auslachen. Dann feiern gehen und beim nächsten Gehaltsgespräch mehr bekommen als der Kollege, obwohl man weniger Arbeit hatte.
Problem: Analyse von Bildern auf bestimmter Merkmale (Bauteildefekte oder auch Texte, Menschen, Autos usw.)
Prompting: Bitte ChatGPT, sag mir was auf dem Bild ist? Ist das Bauteil defekt? ChatGPT sagt: Keine Ahnung, ich sehe helle Stellen, ist das eine Lichtreflexion oder ein Haarriss. Mir fehlt das Wissen über Deine Bauteile. Wie kann ich Dir sonst noch helfen? Keine Angst, Dein Bild verwende ich nur nicht für das Training, wenn Du es in Deinen Einstellungen explizit deaktiviert hast. Aber ich darf laut Nutzungsbedingungen Deine Eingaben und Bilder verwenden, um unsere KI besser zu machen. Dafür dürfen auch OpenAI-Mitarbeiter auf Deine Eingaben und Bilder schauen. Vielleicht bist Du ein Bösewicht? Das würden wir gerne wissen!
KI-Lösung: Bild auf lokalen Server hochladen, Button „Analysieren“ drücken. KI-System gibt Ergebnisse. Ihr KI-Bildanalyse-System gibt es, weil Ihr Anwendungsfall vorher auf Machbarkeit geprüft und dann realisiert wurde.
Die Liste solcher Beispiele ließe sich endlos fortsetzen.
Wie kommt man weg vom Prompting und hin zu einer KI-Lösung?
Der wichtigste Schritt ist das Erkennen von möglichen Anwendungsfällen. Sie möchten ein universelles KI-System, das alles kann? Nehmen Sie ChatGPT. Sie wollen eine KI-Lösung, die eine Klasse von Problemen sehr gut lösen kann. Lesen Sie weiter.
Ein Anwendungsfall ist zunächst ein Problem, das in Ihrem Unternehmen auftritt und gelöst werden soll. Beispiele für gute KI-Anwendungsfälle sind:
- Übersetzen von Blog-Artikeln inklusive Automatisierung, Übersetzung, SEO-Optimierung und Erhalt der Formatierungen
- Erkennen von Defekten (Haarrissen) in Bauteilen (als Bild gegeben)
- Unternehmens-Wiki: Befragen Sie Ihr Firmenwissen und erhalten Sie zuverlässige Antworten, immer mit Quellenangabe und Sicherheit Ihrer Daten
- Marketing-Strategie: Sie wollen Käufertypen (Personas) simulieren und belastbare Antworten erhalten. In die Personas soll das Wissen aus Ihren Studien fließen
- Transkription von Meetings, Podcasts, Videos: Auch die Namen Ihrer Kollegen sollen richtig erkannt werden! Am Ende soll automatisch eine Zusammenfassung in mehreren Längen und Sprachen entstehen und per Mail verschickt oder auf dem Netzlaufwerk abgelegt werden.
Nachdem die Anwendungsfälle erkannt wurden, die möglicherweise mit Hilfe von KI gelöst werden können, sollte die Machbarkeit geprüft werden. Fragen Sie dazu jemanden, der mehr zu KI sagen kann als „ChatGPT“, „RAG“, „Agents“ und „Azure“.
Lassen Sie sich eine ungefähre Kostenabschätzung geben. Entscheiden Sie dann. Optimierte KI-Systeme sind sicher und können auf Ihrer Firmen-Hardware laufen oder auf einem deutschen Miet-Server, der mit Irland (gemeint sind insbesondere Zweigniederlassungen von US-Unternehmen) niemals in Berührung kommt (weder physisch noch technisch noch rechtlich).
Oft sind KI-Lösungen nicht nur erstaunlich leistungsfähig, sondern auch günstig. Die Kosten sind abhängig vom Betriebsmodus, aber immer überschaubar. Für die Anschaffung eines Servers, der KI-Anwendungen in einer sicheren Weise bereitstellen kann, sind knapp 7000 Euro an Einmalkosten anzusetzen. Prototypensysteme wie die DGX von NVIDIA gibt es bereits für 4000 Euro. Miet-Server aus Deutschland (ohne ausländische Beteiligung) sind für ein paar hundert Euro pro Monat erhältlich, inklusive Wartung.
Gute KI-Systeme laufen auf dem Linux-Betriebssystem, für das keine Lizenzkosten anfallen. Die genutzten Open Source KI-Modelle verursachen ebenfalls keine Kosten und sind oft ähnlich gut wie ChatGPT von OpenAI, oder teils sogar besser. Aus Sicht der Datensicherheit, Ergebnisqualität und der Vorhersagbarkeit der Kosten sind lokale optimierte KI-Systeme wohl immer besser als ChatGPT, Gemini oder Copilot.
Fazit
Wenn Sie für einen Anwendungsfall öfters eine Unterstützung benötigen oder insgesamt einiges an Zeit einsparen wollen, dann sind KI-Lösungen das richtige für Sie und Ihr Unternehmen.
Eine gute KI-Lösung ist der neue Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen. Er arbeitet dort, wo sich Ihr Unternehmen befindet, und nicht in den USA oder in China. Die Daten bleiben am besten dort, wo sie hingehören, nämlich bei Ihnen als Dateninhaberin.
Ein knackiges Tages-Seminar mit dem Titel „KI-Digitale Revolution“ fand Ende des vorigen Jahres im Raum Düsseldorf statt. Im Seminar wurden sowohl technische als auch rechtliche und praktische Fragestellungen besprochen. Spontane Fragen sind wie immer jederzeit möglich und werden auch in zukünftigen Seminaren vor Ort beantworten.

Eine Anmeldung zum Seminar ist nicht mehr möglich: Das Seminar hat bereits stattgefunden. Bei Interesse an einem Workshop oder Seminar in Ihrem Haus oder per Videokonferenz melden Sie sich einfach kurz für ein unverbindliches Gespräch.
Gerne können Sie weiterhin Ihre Fragen stellen oder eine Einschätzung zu Ihrem Vorhaben erhalten.
KI-Beratung, KI-Lösungen
Leistungsangebot:
- Erstberatung inkl. Machbarkeitsaussagen
- Schulungen und Workshops für Führungskräfte, Berufsgeheimnisträger, Angestellte, Entwickler
- KI-Lösungen mit und ohne ChatGPT/Azure. Cloud oder eigener KI-Server

gekennzeichnet.


Mein Name ist Klaus Meffert. Ich bin promovierter Informatiker und beschäftige mich seit über 30 Jahren professionell und praxisbezogen mit Informationstechnologie. In IT & Datenschutz bin ich auch als Sachverständiger tätig. Ich stehe für pragmatische Lösungen mit Mehrwert. Meine Firma, die 