Wenn Datenschutz und KI zusammentreffen, kommt eine App mit vielen Funktionen dabei heraus. Die beliebte interaktive Karte auf Basis von OpenStreetMap wurde verwendet, um Bürgern die Möglichkeit zu geben, Vorschläge für Standorte in der Stadt einzubringen. Das Budget war klein, das Ergebnis hingegen ist ausgesprochen funktionsreich. Dank KI.
Die Killer-Karten-App
Eine Oberbürgermeister-Kandidatin wurde auf Dr. DSGVO wegen der datenfreundlichen interaktiven Karte aufmerksam. Sie beauftragte eine App für eine Mitmachstadt. Der Name der Stadt kann aktuell noch nicht genannt werden, weil der Wahlkampf erst in ein paar Wochen beginnt und die Inhalte der OB-Kandidatin und Ihrer Kollegen noch nicht fertig sind. Was aber genannt werden kann, sind die Funktionen der Lösung.
Eine Mitmachstadt ist eine Stadt, die ihren Bürgern die Möglichkeit gibt, eigene Ideen und Vorschläge einzubringen. Konkret geht es darum, interessante oder verbesserungswürdige Orte auf einer Karte zu markieren und dann für den jeweiligen Ort einen Vorschlag zu machen. Andere Bürger können kommentieren oder ein „Gefällt mir“ hinterlassen.
Die Politik erhält dann diese Vorschläge und kann sie realisieren.

Direkt hier wird klar: Nicht jeder Vorschlag ist gut, nicht jeder Beitrag valide. Deshalb dürfen Vorschläge von Bürgern nicht direkt veröffentlicht werden, sondern unterliegen einem Freigabeprozess.
Der Administrator der App, hier die Oberbürgermeister-Kandidatin, hat also eine Möglichkeit, jeden Vorschlag zu prüfen und freizugeben oder abzulehnen. Ein Bürger, der bei Einreichen einer Idee seine Mailadresse angibt, erhält eine Benachrichtigung per Mail.
Zu jedem Vorschlag können Bürger wiederum Kommentare abgeben. Auch diese Kommentare unterliegen einem Freigabeprozess, analog zu den Bürgerideen. Auch für einen Kommentar erhält ein Bürger auf Wunsch eine Nachricht nach Freischaltung. Ebenfalls erhält der Ideengeber eine Nachricht, wenn ein neuer Kommentar zu seiner Idee freigegeben wurde. The devil is in the details…
Mitmachen heißt auch interagieren. Deshalb gibt es eine Gefällt mir / Gefällt mir nicht Funktion pro freigeschalteter Bürgeridee und pro freigeschaltetem Kommentar.
Damit Mailadressen auf Wunsch wieder gelöscht werden können, stellt der Admin-Bereich eine entsprechende Funktion bereit. Um missbräuchliche Maileingaben einzudämmen, gibt es weiterhin die Möglichkeit, Mail-Adressen zu blockieren.

Der Admin kann Vorschläge nicht nur freigeben oder zurückweisen, sondern auch ändern (Titel, Beschreibung, Kategorie, Adresse, Standort).
Die Karte selbst erlaubt es komfortabel, einen Standort durch Anklicken und Verschieben zu definieren. Auch kann ein Standort über eine Geo-Suche, die eine Adresseingabe in Geo-Koordinaten umwandelt, gefunden werden.
Damit die Karte noch nützlicher wird, gibt es gleich vier Ebenen:
- OpenStreetMap-Standard
- Topografisch
- Satellit
- Verkehr
Weil eine der Ebenen das Kartenmaterial nur bis zu einer bestimmten Zoom-Stufe liefert, muss dies beim Zoomen entsprechend berücksichtigt werden.
Es geht hier um eine bestimmte Stadt. Daher dürfen nur Standorte innerhalb des Stadtgebiets angegeben werden. Dies wird von der App entsprechend geprüft und auch durch eine Umrandung des zulässigen Gebiets visuell dargestellt.

In der Karte selbst kann die Anzeige der Standorte für Vorschläge gefiltert werden, und zwar nach Kategorie. Die Kategorie kann beim Anlegen eines Vorschlags definiert werden. Angeboten werden:
- schöner, bunter
- grüner vielfältiger
- reicher, attraktiver
- sozialer, inklusiver
- kindgerechter, jünger
- klimafreundlicher
- mobiler, leiser
- sauberer, sicherer
- besser
Damit der Kategorien-Filter nicht die Karte verdeckt, ist er einklappbar. Wieder so ein kleines, aber feines Detail.
Liegen Standorte auf einer Karte sehr nah beieinander, werden sie automatisch gruppiert („geclustert“). Klickt man auf einen Cluster-Punkt, zoomt die Karte automatisch rein und zeigt fein säuberlich die Einzelpunkte mit ausreichend großem Abstand.
Bürgervorschläge können über einen Textfilter leicht gefunden werden. Bereits beim Tippen werden die Einträge aussortiert, die nicht zum Suchbegriff passen.
Der Admin hat die Möglichkeit, alle Vorschläge als CSV-Datei oder PDF-Dokument zu exportieren. Schließlich sollen die Bürgerideen ja berücksichtigt werden!
Damit Bürger sich gut zurechtfinden, gibt es gleich mehrere Hilfestellungen:
- Bebilderte Anleitung
- Aufklappbare Kurzanleitung auf dem Startbildschirm
Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, gibt es eine Teilen-Funktion. So erfahren andere von der Mitmach-Möglichkeit. Bürgerbeteiligung kann so viral gehen.
Mailbenachrichtigungen für eingereichte Vorschläge und Kommentare enthalten übrigens einen Direktlink, um direkt zum Vorschlag oder Kommentar springen zu können, den der Mailempfänger eingereicht hatte. So entsteht Interaktion!
Natürlich gibt es auch ein Kontaktformular.
Flash-Meldungen, die automatisch wieder verschwinden, runden das Nutzererlebnis ab.

Das ganze Design ist jedenfalls so gut, dass es positiv auffällt (jedenfalls fällt es nicht negativ auf; es gab hierzu keinerlei Beanstandungen, was immer ein gutes Zeichen ist).
Die Pflicht sind Datenschutzhinweise und ein Impressum. Selbstverständlich wurde darauf geachtet, dass die App DSGVO-konform ist. Deshalb gibt es auch kein „Cookie Popup“. Wofür auch? Es finden keine bösen Dinge mit den Daten von Bürgern statt. Es gibt kein Google- oder Facebook-Plugin oder sonstige unnötige Randerscheinungen.
Gehostet wird alles auf einem Server in Deutschland von einem Anbieter aus Deutschland.

KI trifft auf Datenschutz
Die App ist nicht nur datenfreundlich, sondern auch noch sehr effizient. Sie ist effizient hinsichtlich:
- Kosten der Entwicklung
- Datentransfers
Die App selbst ist also keine KI-Anwendung. Warum auch?
Die App wurde allerdings überhaupt nur dank KI entwickelt. Der Preis, den die Auftraggeberin dafür zahlen musste, liegt unterhalb des Preises, den eine (statische) Webseite kostet. Nur deshalb konnte das Projekt realisiert werden.
Eine statische Webseite kann nichts. Sie kann höchstens gut aussehen. Die einzige Funktion, die sie vielleicht noch hat, ist ein Kontaktformular und ein nerviges Cookie Popup mitsamt noch nervigerer Marketing-Tools wie Google Analytics.
Die Mitmach-App wurde also mit Unterstützung von KI programmiert. Deshalb ist sie überhaupt erst entstanden. Technisch ist die Lösung alleine schon wegen der Kartenfunktionen anspruchsvoll.
Wie man anhand der dargestellten Funktionen erahnen kann, steckt eine Menge an Programmcode in der App. Die Datenbank im Hintergrund sieht man ebenso wenig wie den Karten-Server zum Ausspielen der Kacheln (Tiles) der Karte.
Nebenbei sei erwähnt, dass die Auftraggeberin ihre Webseiten-Adresse (Domäne) bei einem deutschen Provider hostet. Dort kann aber die App nicht laufen, weil sie eine komplexe Logik (Backend) in Python besitzt. Daher musste der Domäneneintrag (DNS) mitsamt Name Servern umgebogen werden auf einen Dr. DSGVO Server. Hinzu kommt das SIL-Zertifikat, welches dann auf dem Zielserver neu erzeugt, mit dem Web Server eingerichtet und für die Anwendung zugänglich gemacht werden muss.

Dieser eben beschriebene Akt ist technisch sehr komplex und besteht aus vielen Einzelschritten. Der Entwickler der App hat dies zuvor noch nie getan. Als Informatiker konnte er mithilfe seines KI-Assistenten diese Einzelaufgabe innerhalb von 70 Minuten lösen. Wahrscheinlich braucht jemand, der das schon zig mal gemacht hat, im besten Fall 40 Minuten dafür. Alle anderen würden vollständig daran scheitern oder einige Stunden benötigen.
Fazit
KI und Datenschutz haben sehr viel miteinander zu tun. In wohl keinem anderen System werden mehr Daten verarbeitet als in einem KI-System.
Gleichzeitig können dank KI jetzt datenfreundliche Lösungen erstellt werden, und zwar bezahlbar.
Die vorgestellte App für eine Mitmachstadt enthält so viele Funktionen, dass eine konventionelle Entwicklung viel zu teuer gewesen wäre. Nun aber haben wir eine DSGVO-konforme Lösung zu einem tollen Preis. Selbst mithilfe von Google Maps wäre die App deutlich teurer gewesen, weil Google Maps keine Arbeit vermeidet, sondern höchstens noch zusätzliche Arbeit erzeugt (rechtliche Fragen klären, Cookie Popup usw.).
Die App kann auch für andere Städte genutzt werden. Ebenso sind weitere Karten-Anwendungen mit ganz anderen Funktionen denkbar. Schreiben Sie bei Bedarf!
KI-Beratung, KI-Lösungen
Leistungsangebot:
- Erstberatung inkl. Machbarkeitsaussagen
- Schulungen und Workshops für Führungskräfte, Berufsgeheimnisträger, Angestellte, Entwickler
- KI-Lösungen mit und ohne ChatGPT/Azure. Cloud oder eigener KI-Server

gekennzeichnet.


Mein Name ist Klaus Meffert. Ich bin promovierter Informatiker und beschäftige mich seit über 30 Jahren professionell und praxisbezogen mit Informationstechnologie. In IT & Datenschutz bin ich auch als Sachverständiger tätig. Ich stehe für pragmatische Lösungen mit Mehrwert. Meine Firma, die 