Facebook, oder besser gesagt der Meta-Konzern, hat ein sogenanntes Transparency Center eingerichtet. Auf den ersten Blick klingt das vielversprechend: Ein Ort, an dem offengelegt wird, wie die KI-Systeme des Unternehmens arbeiten und welche Informationen sie verarbeiten. Doch bei genauerer Betrachtung des 22-seitigen Dokuments wird schnell klar: Echte Transparenz sieht anders aus.
Einleitung
Dieser Artikel ergänzt die Datenschutz Deluxe Podcast-Folge Künstliche Intelligenz auf Plattformen von Internetkonzernen. Seit unserem Podcast hat sich zwar einiges getan, doch grundsätzlich ist das Problem der digitalen Souveränität aktueller denn je.
Die Podcast-Folge können Sie hier über einen eigenen Podcast-Player, anhören. Beim Abspielen wird das Transkript mit angezeigt und aktualisiert.
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Worthülsen statt klarer Informationen
Statt konkreter Einblicke in die Funktionsweise der Systeme von Meta, findet man hauptsächlich Marketing-Sprache und vage Beschreibungen. Begriffe wie „künstliche Intelligenz“, „Input-Signale“ und „Modelle“ werden gebetsmühlenartig wiederholt, ohne wirklich zu erklären, was im Hintergrund passiert. Der erste zentrale Satz auf der Seite lautet: „So wird Meta immer besser.“ Übersetzt bedeutet das eher: „So verdient Meta immer mehr Geld.“
Das wahre Ziel: Verhaltensmanipulation
Die KI-Systeme in sozialen Netzwerken wie Facebook dienen einem klaren Zweck: Sie sollen Nutzer möglichst lange auf der Plattform halten. Je länger ein Nutzer scrollt, desto mehr Werbung sieht er – und desto mehr Geld fließt in die Kassen von Meta. Die Algorithmen sind darauf optimiert, genau jene Inhalte zu präsentieren, die uns am stärksten fesseln. Und das sind paradoxerweise oft negative Inhalte, die uns aufregen oder beunruhigen.
Meta will nicht, dass wir ein glückliches Leben ohne Facebook führen. Das Unternehmen will, dass wir nur noch auf der Plattform glücklich sind und dort möglichst viel Zeit verbringen. Mit den neuen KI-Systemen wird diese Manipulation noch präziser und effektiver.
Die Datenschutz-Farce
Besonders entlarvend: Wer das Transparency Center besucht, wird mit einem Cookie-Banner begrüßt, der nur zwei Optionen bietet: „Mehr erfahren“ (was keine echte Wahlmöglichkeit ist) oder „Alles akzeptieren“. Eine Ablehnen-Option? Fehlanzeige. Man kann entweder alles akzeptieren, was Meta tut, oder die Seite verlassen. Mittlerweile hat Meta das ganze pervertiert: Entweder sie zahlen einen Geldbetrag, den kaum jemand bereit ist zu bezahlen. Oder Sie geben alles über sich preis. Es ist Ihre Entscheidung (Ironie!).
Und als ob das nicht ironisch genug wäre: Obwohl die Seite komplett auf Deutsch verfügbar ist, erscheint oben ein Banner mit dem Hinweis, dass der Inhalt noch nicht vollständig übersetzt sei. Die KI, die angeblich so fortschrittlich ist, erkennt nicht einmal, dass die Übersetzung längst abgeschlossen ist.
22 Milliarden Dollar Strafe – und kein Ende in Sicht
Ein Blick in den DSGVO-Bußgeldkatalog ist aufschlussreich: Meta, Facebook, Instagram und WhatsApp haben zusammen bereits über 22 Milliarden Dollar an Strafen für Datenschutzverstöße gezahlt. Wenn ein Unternehmen bereit ist, solche Summen zu zahlen, um weiterhin unrechtmäßig mit personenbezogenen Daten umzugehen, sagt das alles über seine wahren Prioritäten.
Das Problem der Monopolisten
Die eigentliche Gefahr liegt nicht in der KI-Technologie selbst, sondern in ihrer Konzentration bei wenigen Tech-Giganten. Kleine Unternehmen, die KI-Modelle für spezifische Anwendungen entwickeln, sind kein Problem. Problematisch wird es, wenn zwei, drei oder vier Konzerne alle Inhalte des Internets absaugen und daraus ihre Modelle trainieren – während die ursprünglichen Content-Ersteller leer ausgehen.
Einem Betroffenen sind 3000 Euro Schadenersatz gegen Meta zugesprochen worden. Grund ist die rechtswidrige Datenverarbeitung durch Meta Business Tools.
Die Verarbeitung personenbezogener Daten auf Seiten Dritter durch die Business Tools von Meta verstößt gegen die Vorgaben der DSGVO. Konkret werden Daten für angeblich vbertragliche Zwecke verarbeitet, obwohl dies nicht notwendig ist. Somit fehlt die Rechtsgrundlage aus Art. 6 Nr. 1 DSGVO.
Diese Entwicklung bedroht die Informationsvielfalt im Internet. Wenn Suchmaschinen und soziale Netzwerke Inhalte einfach zusammenfassen und direkt präsentieren, werden die Originalquellen nicht mehr aufgerufen. Content-Ersteller verlieren ihre Einnahmequellen und hören auf, qualitativ hochwertige Inhalte zu produzieren. Das Ergebnis: weniger recherchierte Informationen und mehr KI-generierte Zusammenfassungen unbekannter Herkunft.
Was können wir tun?
Die Lösung liegt in der gezielten Regulierung großer Plattformen – nicht in der Überregulierung kleiner Unternehmen und individueller Anwendungen. Kleine Organisationen können KI-Technologie kaum missbrauchen, da ihnen die Datenbasis fehlt. Die Cambridge-Analytica-Affäre wäre nie möglich gewesen, ohne die Millionen von Nutzerdaten aus Facebooks Plattform.
Für Unternehmen bedeutet das: Eigene Systeme aufbauen, statt Daten in fremde Clouds wie ChatGPT hochzuladen. Das schützt nicht nur die Privatsphäre der Kunden, sondern auch Geschäftsgeheimnisse und macht unabhängig von den Tech-Giganten.
Und für Privatpersonen? Die wirksamste Maßnahme ist der Ausstieg aus diesen Plattformen. Wer sich Meta, Google und Microsoft verweigert, entzieht ihnen die Grundlage ihrer Macht: unsere Daten und unsere Aufmerksamkeit. Webseiten sollten Tracking Pixel von Meta oder Analyse-Produkte von Google (inklusive reCAPTCHA) vermeiden. Stellen Sie dies für Ihre Webseite mit einem Scan sicher.
Fazit
Metas Transparency Center ist ein Paradebeispiel für Schein-Transparenz. Hinter wohlklingenden Worten verbirgt sich ein profitgetriebenes System, das darauf ausgelegt ist, menschliches Verhalten zu manipulieren und zu kontrollieren. Echte Transparenz würde bedeuten, offen über die konkreten Mechanismen der Datensammlung und -verarbeitung zu sprechen – und Nutzern echte Wahlfreiheit zu geben. Davon ist Meta weit entfernt.
Sie können ein Zeichen setzen – für sich uns für andere:
- Nutzen Sie Facebook, Instagram oder WhatsApp nicht mehr.
- Nutzen Sie andere Suchmaschinen als die von Google, beispielsweise DuckDuckGo, Ecosia oder kagi.
- Nutzen Sie Signal statt WhatsApp.
- Nutzen Sie Ihre freie Zeit für Sinnvolles, anstatt auf Facebook und Instagram den Tag zu verbringen und Nichtskönner („Influencer“) zu bereichern, die Geld damit verdienen, dass unsere Daten ausgebeutet werden, um möglichst zielgerichtet (und meist rechtswidrig) Werbung einzublenden, an der Influencer leider profitieren.
- Geben Sie lieber auch mal ein paar Euro aus, anstatt alles mit Daten zu bezahlen.
Digitale Souveränität ist nicht nur Sache der Politik, sondern auch eine Angelegenheit, um die sich jeder Bürger und jedes Unternehmen zu kümmern hat!
KI-Beratung, KI-Lösungen
Leistungsangebot:
- Erstberatung inkl. Machbarkeitsaussagen
- Schulungen und Workshops für Führungskräfte, Berufsgeheimnisträger, Angestellte, Entwickler
- KI-Lösungen mit und ohne ChatGPT/Azure. Cloud oder eigener KI-Server

gekennzeichnet.

Mein Name ist Klaus Meffert. Ich bin promovierter Informatiker und beschäftige mich seit über 30 Jahren professionell und praxisbezogen mit Informationstechnologie. In IT & Datenschutz bin ich auch als Sachverständiger tätig. Ich stehe für pragmatische Lösungen mit Mehrwert. Meine Firma, die 