Seit einigen Jahren entwickelt sich KI rasant und bringt immer neue Fortschritte. Sprachmodelle werden immer kleiner und besser. Unternehmen und technikaffine Privatpersonen achten verstärkt darauf, was mit ihren Daten passiert. Eine Prognose für die Entwicklungen und KI-Trends im Jahr 2026.
Einleitung
Eine Vorhersage für einen Jahreszeitraum gab es an gleicher Stelle bereits für das Jahr 2025. Die Prognosen erfüllten sich zu einem recht hohen Teil. So wurde die Entwicklung von LLMs bezüglich deren Größe und Leistungsfähigkeit gut vorhergesehen. Allerdings ist das für alle, die sich intensiv mit KI-Technologie beschäftigen, nicht wirklich eine Überraschung gewesen.
Agentensysteme hielten ebenfalls, wie vorhergesagt, verstärkt Einzug in den Alltag einiger KI-affinen Personen. Allerdings ist kein Siegeszug zu erkennen: KI-Agenten können nicht nur leistungsfähig sein, sondern auch gefährlich. Zugleich versagen sie oft.
Autonome Systeme sind in 2025 auf dem Vormarsch gewesen. Ihr Durchbruch steht allerdings noch aus, wenn man Kriegsszenarien (Drohnen) einmal ausnimmt. Musks Roboter Optimus soll immerhin demnächst erhältlich sein, für einen bereits überschaubaren Betrag (ca. 20 TSD Euro).
Was wird im Jahr 2026 passieren? Wohin wird sich KI entwickeln? Was wird Neues passieren?
Es folgt eine Prognose.
Prognosen zur Entwicklung von KI
Die einzelnen Prognosen erfolgen in loser Reihenfolge. Sie werden gegen Ende des Jahres 2026 bewertet.
Der Aufstieg von Open-Source
Wie seit längerer Zeit schon werden Open-Source KI-Modelle und KI-Verfahren immer besser. Als ein Beispiel sei nur DeepSeek genannt. DeepSeek als chinesisches Startup schaffte es sogar in die Tagesschau in der ARD. Neuerdings brachte DeepSeek innovative Methoden zur Verbesserung von KI-Modellen durch bisher unbekannte Trainingsmethoden hervor.
Meta hat sich mit Stand Dezember 2025 entschieden, sich aus dem Open-Source zurückzuziehen. Das sollte allerdings niemanden interessieren, denn es geht auch ohne Meta weiter. Am besten wäre es, wenn Meta vom Erdball verschwinden würde: Zu signifikant und zahlreich sind Metas Sünden an der Menschheit.
Wie auch zuvor werden LLMs und Bildmodelle immer kleiner oder besser. ChatGPT wird nicht nur mit Googles KI-Dominanz ein Problem bekommen, sondern auch mit kostenfreier KI, die bald jeder in Ansätzen auf seinem eigenen Computersystem (oder leistungsfähigen Smartphone) betreiben kann.
Sicherheitsbedürfnisse
Menschen und Unternehmen werden verstärkt auf Datenschutz und Datensicherheit achten. Nicht, dass Unternehmen in Europa besonders viel Wert auf die Einhaltung der DSGVO legen müssten: Aufsichtsbehörden sind nach wie vor ein zahnloser Tiger. Vielmehr sind Firmen besorgt, dass deren Geschäftsgeheimnisse oder andere sensible Daten in falsche Hände geraten.
Bekanntlich verarbeiten KI-Systeme mehr Daten als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Da wundert es nicht, dass sich manche Sorgen machen. Es fängt schon beim KI-Training zum Erschaffen von Cloud KI-Modellen wie ChatGPT oder Gemini an. Dafür werden viele Milliarden Texte aus dem Internet zusammengeklaubt (man könnte das »b« hier auch weglassen).
Drei Arten von Ansichten über Datensicherheit sind festzustellen:
- Die erste Gruppe sind die Akzeptierer und Realitätsverweigerer. Sie haben sich mit ihren vermeintlichem Schicksal abgefunden: Die Kontrolle über die eigenen Daten und die im Unternehmen sei nicht möglich. Aber das sei ja nicht so schlimm, weil Microsoft ganz bestimmt sicher sei. Spoiler: Microsoft ist unsicher. Aber zum Glück passiert ja nie was. Spionage hat allerdings die Aufgabe, dass sie unbemerkt bleibt.
- Die zweite Gruppe sind die vermeintlichen Risikoreduzierer. Sie denken, dass mit einem ChatGPT-Filter oder Anonymisierer alles gut sei. Spoiler: Solche Datenfilter funktionieren nicht. Das führt zu einem größeren Problem als vorher: Kaum ist der Privacy Filter installiert, denken einige, jetzt sei alles sicher. Deswegen werden sensible Dokumente noch hemmungsloser in den Chat hochgeladen.
- Die dritte Gruppe sind die Innovatoren und Freigeister. Sie wollen sich nicht von den USA und Datenkraken wie Microsoft oder Google unterdrücken lassen. Die Lösung wird gesucht und genutzt. Spoiler: Es gibt lokale KI als sichere und bezahlbare Variante seit mehreren Jahren. Basis dafür sind Open-Source Modelle. Die Anwendungsfälle sind vielfältig. Die Antwortqualität ist für konkrete Anwendungsfälle oft besser als mit ChatGPT.
Cyber Security jedenfalls wird immer wichtiger. Warum eine Rakete abschießen, wenn man ein ganzes Land einfach und nahezu nicht nachverfolgbar durch Schadsoftware lahmlegen kann?
Dank Microsoft landet die Schadsoftware namens Copilot nun immer öfter in deutschen Unternehmen und lädt dazu ein, von Bösewichten ausgenutzt zu werden. Gott sein Dank passiert das nur in anderen Unternehmen. Ihres ist ganz bestimmt sicher!
Multimodale Systeme werden zum Standard
Angefangen hat alles mit ChatGPT als Sprachmodell. Außerdem gab es reine Bildmodelle. Seit längerem gibt es Modelle, die Text und Bild oder sogar auch Sprache in sich vereinen.
Diese Modelle werden multimodal genannt: Sie unterstützen mehrere Datenarten.
Wie DeepSeek mit DeepSeek OCR gezeigt hat, kann ein KI-Modell, welches einen eingescannten Text als Bild interpretiert (anstatt zu versuchen, den Text direkt als Text aus dem Bild zu extrahieren), ein deutlich besseres Textverständnis entwickeln. Gleichzeitig kann der Informationsgehalt des Textes mit einem Bruchteil der Token ausgedrückt werden als zuvor (Kompression).
Wir werden zukünftig also vielleicht immer noch Sprachmodell oder LLM sagen, meinen aber "KI wofür auch immer".
Enterprise-KI steht vor dem "Scale or Fail"-Moment
Viele Unternehmen meinen, dass ein Chatbot ein Heilsbringer sei. Richtig ist, dass Chatbots für allgemeine Fragen und Antworten sehr gut geeignet sind. Für spezifische Anwendungen im Unternehmen sind Chatbots die falsche Wahl.
Ein konkretes Problem erfordert eine konkrete Lösung.
Würden Sie Leonardo Da Vinci fragen, wie man einen LKW-Reifen wechselt?
Oder würden Sie einen Spezialisten fragen?
Universalsysteme können spezifische Probleme nur bedingt lösen. In jedem Fall sind ihre Antworten unzuverlässig, intransparent und am Ende des Tages auch unwirtschaftlich.
Wer glaubt, auf einfachem Weg Erfolg zu haben, hat nur für allgemeine Probleme Erfolg. Sie etwa Chatbots für Weltwissen, oder auch KI-Assitenten in der Software-Entwicklung.
Unternehmerische Probleme werden mit vorgedachten KI-Systemen richtig gelöst. Das ist der etwas schwierigere Weg, der keine Abkürzung kennt. Zum Glück ist das kein Problem, denn Dank KI können KI-Apps schneller und besser (und mit schönerer Optik) denn je hergestellt werden.
Weil Datensicherheit (siehe oben) immer wichtiger wird, und zugleich Cloud KI zum Versager abgestempelt werden wird, ist die Entscheidung für eine lokale KI einfach. Eine lokale KI läuft auf einem eigenen KI-Server, der entweder in Ihrem Rechenzentrum steht oder als Miet-Server betrieben werden kann. Zugleich können solche KI-Systeme optimiert werden. Denn die Wahrheit ist auch:
Viele KI-Lösungen verwenden gar keine KI.
Die besten KI-Lösungen basieren auf KI und konventionellen Verfahren.
Ein Hype jagt den nächsten
Agentensysteme wurden weiter oben schon erwähnt. Sie werden weiter gepusht und einem gesteigerten Hype zugeführt. Agenten sind leistungsfähig. Aber nicht jedes Problem braucht einen KI-Agenten. Marketing-People werden dennoch nur noch von Agenten sprechen, weil niemand weiß, was das ist. Aber es klingt gut und verkauft sich vielleicht.
Eine Fortführung der KI-Agenten ist das Model Context Protocol (MCP). Damit können Maschinen auf definierte Weise miteinander sprechen und KI-Anwendungen sich gegenseitig aufrufen. So weit, so gut. Aber will man das? Jeder mit etwas Phantasie kann nur einsehen, dass dies keine gute Idee ist. Dennoch kommen immer neue Protokolle auf den Markt, wie etwa das Agent-to-Agent Protocol (A2A) oder das Agent Communication Protocol (ACP).
A Fool with a Tool is still a Fool.
KI ist idealerweise kein Werkzeug, sondern ein Mitarbeiter!
Computing-Hardware skaliert auf neue Dimensionen
Die Hardware-Entwicklung hält mit dem exponentiellen Wachstum der KI-Anforderungen Schritt. NVIDIA Blackwell (B100/B200) integriert 208 Milliarden Transistoren auf zwei Chips, verbunden mit einer extrem hohen Bandbreite für den Datenaustausch zwischen den Chips.
AMD schließt mit der MI400-Serie auf: Die Chips versprechen 10x Leistung gegenüber der vorigen Serie, und eine Bandbreitensteigerung. Wer allerdings einen Aktientipp haben will: TSMC liefert Chips für nahezu alle der 10 größten weltweiten Unternehmen, gemessen an der Marktkapitalisierung. TSMC selbst steht aktuell auf Platz 3 nach NVIDIA und Broadcom, die beide von TSMC abhängig sind.
Die Quantencomputer-KI-Konvergenz nimmt Fahrt auf. Allerdings gab es bisher, realistisch betrachtet, keinerlei Erfolge im Quanten Computing, die für unsere Existenz bedeutend sind. Es bleibt abzuwarten, ob mit Hilfe von KI eine neue Hardware entstehen kann, die sowohl das Quantenproblem lösen kann als auch gleichzeitig eine weitere Gefahr für die Menschheit sein wird.
Spannend wird auch Edge-Computing werden, also das Betreiben von KI auf dem Smartphone oder anderen mobilen Endgeräten. Bereits heutzutage gibt es Verfahren, um direkt in Ihrem Browser die KI-Antwort ausrechnen zu lassen, vorausgesetzt sie haben eine KI-fähige Grafikkarte. Kleinere Modelle laufen sogar auf guten CPUs halbwegs schnell.
KI-Pornografie auf dem Vormarsch
Sogar Sam Altmann (OpenAI) hat den Plan, zukünftig KI-generierte Pornos anzubieten. Aus marktwirtschaftlicher Sicht eine gute Idee: Sex sells und mit hochwertiger Erotik kann man viel Geld verdienen. OpenAI hätte es nötig, bei den täglichen Milliionenverlusten, die der Betrieb von ChatGPT verursacht.
KI-Videogenerator liefern jetzt schon so gute Ergebnisse, dass man Pornofilme schon heute individuell anfertigen kann. Die Qualität wird ins Unermessliche steigen. Trainingsmaterial ist im Erotikbereich wahrscheinlich mehr vorhanden als für jedes andere Genre.
Wer schon einmal versucht hat, mit einem KI-Bildgenerator ein Bild nach seinen ureigensten Bedürfnissen zu generieren, der weiß, was das bedeutet: Sie bekommen genau das für Ihre Neuronen, was Sie haben wollen. Ihr Script, Ihre Phantasie, Ihr Ergebnis. Kein Rumsuchen nach Bedürfnisbefriedigung, sondern Definieren von Bedürfnissen mit bestmöglicher (virtueller) Befriedigung. Wenn man ab einem gewissen Alter schon "alles" gesehen hat, ist das vielleicht nicht mehr so interessant. Für viele wird es aber woghl ein permamenter Quell der Erfüllung werden können.
Die Konsequenzen des technologischen Fortschritts
Bereits seit einiger Zeit ist festzustellen, dass die Erwartungen von Menschen an KI-Systeme stetig wachsen.
„Das muss die KI doch verstehen“ hört man immer öfter.
Oder nehmen wir die schludrigen Prompts im Chatfenster. Wenn nicht die perfekte Antwort kommt, wird das mäßige Ergebnis auf Social Media als Beleg für das Versagen der „angeblichen“ künstlichen Intelligenz herangezogen.
Jedenfalls wird der Arbeitsmarkt gehörig umgekrempelt werden. Die Wahrheit ist:
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Mein Name ist Klaus Meffert. Ich bin promovierter Informatiker und beschäftige mich seit über 30 Jahren professionell und praxisbezogen mit Informationstechnologie. In IT & Datenschutz bin ich auch als Sachverständiger tätig. Ich stehe für pragmatische Lösungen mit Mehrwert. Meine Firma, die 