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Google-Tools: was sind die datenschutzfreundlichen Alternativen für Webseiten?

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Google Tools sind funktional attraktiv, aber können kaum rechtskonform verwendet werden. Die Datenschutzgesetze verbietet fast schon eine Nutzung von Google Tools. Zum Glück gibt es Alternativen. Viele dieser Lösungen sind entweder völlig datenschutzkonform oder aus meiner Sicht weit besser als die Google Produkte.

Suchmaschinen

Zu den am häufigsten verwendeten Google-Tools gehört insbesondere die Suchmaschine unter google.de oder google.com. Bekanntlich gehört der Google Konzern nicht zu den Firmen, die Datenschutz als höchstes Gut erachten. Nur als einer von vielen belegen sei das 60 Millionen Euro Bußgeld der französischen Datenschutzbehörde CNIL gegen den Suchmaschinenbetreiber genannt.

Gute Suchmaschinen, die Wert auf Datenschutz legen, sind beispielsweise:

  • Ecosia
  • DuckDuckGo (der Betreiber scheint die Privatsphäre der Nutzer sehr ernst zu nehmen. Es handelt sich allerdings um ein amerikanisches Unternehmen. Achtung: Hier ist die Suchmaschine genannt, nicht der Browser gleichen namens)

Diese sogenannten Search Engines liefern aus meiner Sicht sehr gute Resultate. Sucht man etwas Exotisches oder findet nur wenige oder keine Treffer zu einer Suchanfrage, lohnt es sich oft, mehrere Suchmaschinen gleichzeitig zu nutzen. Nicht selten konnte ich über die eben genannten Suchmaschinen zusätzliche Treffer zur Google Suche finden.

Browser

Anstelle des Chrome Browsers von Google gibt es zahlreiche bessere Alternativen, beispielsweise

  • Tor Browser
  • Mozilla Firefox
  • Opera: Entfernt als Empfehlung nach Hinweis, dass der Browser datenschutzfeindliche Voreinstellungen hat (auch wenn ich glaube, dass Opera weit besser als Chrome ist)
  • Ghostery (auch, wenn der Anbieter dann möglicherweise Daten erhält – immer noch besser als Google, sage ich. Achtung: Hier ist der Browser genannt, nicht das Browser-Plugin gleichen Namens)

Die einzelnen Browser, bis auf den Tor Browser, habe ich nicht näher untersucht. Ich bin allerdings überzeugt, dass jede Alternative datenschutzrechtlich besser ist, als der Datenkrake Google die Daten über das eigene Surf-Verhalten zu geben.

Browser-Plugins

Nicht unbedingt eine Alternative zu Google Produkten, aber eine Möglichkeit, um Datentransfers zu Google zu reduzieren, sind sogenannte Blocker Plugins.

Zur Vermeidung von Werbung und Trackern wird häufig uBlock Origin genannt. Insbesondere zu empfehlen ist das Plugin für den Firefox. Für Chrome gibt es das auch, aber Chrome ist von Google und somit als Master-Tracker anzusehen.

Übrigens eignet sich das Plugin auch, um Datenschutzverstöße auf Webseiten zu dokumentieren. Dazu die Webseite aufrufen und einen Screenshot der Analyse-Ergebnisse des Plugins machen.

Ein gleichartiges Plugin gibt es auch von Ghostery. Einige sagen, dass das Ghostery Plugin Daten für die Werbeindustrie sammele. Ich habe das nicht geprüft. Dennoch gehe ich davon aus, dass mit dem Ghostery Plugin, was ich funktionell besser als uBlock Origin finde, wesentlich weniger Daten einer Person an wesentlich weniger Stellen weitergegeben werden als wenn man keinen solchen Tracking Blocker nutzen würde. Zumindest bietet Ghostery Einstellungen, die Hoffnung geben, dass Datenschutz ernst genommen wird:

Ghsotery Datenschutzeinstellungen

Die Einstellung zum Austausch von Nutzungsanalysen ist wohl nach Installation des Plugins voreingestellt, was nicht gut ist. Ein manuelles Deaktivieren löst dieses Problem für den informierten Nutzer. Eventuell ist auch das zweite Häkchen vorbelegt, was ich aber nicht genauer untersucht habe. Bitte schauen Sie einfach selber nach, falls Sie das Plugin nutzen oder ihn eine Chance geben möchten.

Tools für Webseiten

Für Webseiten werden insbesondere diese Tools von Google häufig eingesetzt:

Ein Klick auf die Namen der Tools führt zum Artikel zum jeweiligen Tool, in dem die Datenschutzprobleme mit dem Dienst erklärt sind.

Wer an den genauen rechtlichen Bedingungen für Google Tools interessiert ist, sollte sich die Nutzungsbedingungen von Google ansehen.

Für die eben genannten Tools gibt es jeweils bestimmte Alternativen:

Google Maps

Oft wird gar keine Karte benötigt. Stattdessen ein attraktives, spezifisches Bild mit einer geeigneten Umgebungskarte nutzen. Das Bild muss dann nicht die Metzgerei Müller anzeigen, wenn das eigene Geschäft im Vordergrund stehen soll.

Für eine Routenplanung bietet sich ein Button mit der Beschriftung „Routenplaner“ an. Ein Link auf einen online Routenplaner führt zum Ziel, vor allem, wenn die Zieladresse dann schon vorbelegt ist. Wer dennoch eine interaktive Karte meint zu benötigen, wird auch fündig.

Die bekannteste Alternative ist OpenStreetMap. Hier ist darauf zu achten, dass der Anbieter von OpenStreetMap aus der Europäischen Union stammt, am besten aus Deutschland. Daher ist der direkte Einsatz von OpenStreetMap nicht anzuraten, weil die OpenStreetMap Foundation ein etwas schwammiges Gebildet ist (Impressum und Datenschutzerklärung sind nicht konsistent gegeben).

Optimal ist ein eigener OpenStreetMap Map Server. Die Installation ist allerdings nicht ganz einfach.

Meine eigene Lösung ist datenschutzrechtlich ideal. Sie können diese kostenfrei nutzen. Hier sehen Sie einen Screenshot meiner Lösung:

(C) OpenStreetMap Contributors, SRTM | OpenTopoMap (CC-BY-SA) | Eine Lösung von Dr- DSGVO

Die Lösung ist absolut DSGVO-konform. Meine Lösung ist kostenfrei und online erhältlich.

Statt eine Google Maps einzubinden, kann man auch einmal darüber nachdenken, warum die Karte überhaupt eingebunden wird. In zahlreichen Fällen hat die Karte keinen Nutzen und kann einfach weggelassen werden.

Soll eine Karte für eine Routenplanung eingesetzt werden, tut es ein Button mit der Beschriftung Route planen auch. Der Button verlinkt dann in einem neuen Fenster auf die Webseite von Google Maps. Eine Vorbelegung der Zieladresse ist einfach möglich, indem an die URL beim Kartenaufruf die Adresse angehängt wird. Hier ein Beispiel:

Der Link https://www.google.de/maps/dir//Paul-Löbe-Allee,+Berlin/ führt direkt zum Routenplaner und belegt die Adresse Paul-Löbe Allee in Berlin vor.

Für lokale Geschäfte wird eine Karte oft eingesetzt, um die Anfahrt und Parkplatzsuche zu vereinfachen. Hierfür eignet sich ein spezielles Bild der Region rund um das Geschäft besser als eine generische Kartenansicht. Sogar selber malen soll möglich sein … Schließlich tun es auch Striche einfache geometrische Formen (stilisierte Karte).

Google Fonts

Google Schriften können weiter verwendet werden. Allerdings sollten die Schriftdateien allesamt heruntergeladen werden. Danach können die Dateien dann lokal auf der Webseite eingebunden werden. Fertig. Nicht einmal Datenschutztexte werden dann benötigt. Ein berechtigtes Interesse für externe Google Fonts kann man jedenfalls allesamt entkräften. Nur als Beispiel das Ladezeiten-Argument: Wer auf wenige Millisekunden Speedup angewiesen ist, der soll gefälligst ein eigenes CDN nutzen. Ein solches wird auch File Server genannt und ist mit das Einfachste, was man sich als Server vorstellen kann. Wer das nicht hinkriegt, soll bitte ein datenschutzkonformes CDN eines Drittanbieters verwenden.

Google Analytics

Dieses Tracking Tool ist rechtlich kaum beherrschbar. Die meisten Webmaster benötigen eine derart tief gehende Analyse nach meiner Erfahrung nicht oder wissen gar nicht, was sie mit all den Daten machen sollen.

Als sehr gute Alternative hat sich Matomo etabliert. Dieses Analyse-Tool ist kostenfrei und kann lokal installiert werden. Für WordPress gibt es ein eigenes Plugin. Richtig konfiguriert, benötigt Matomo nicht einmal eine Einwilligung.

Für WordPress gibt es weiterhin WP Statistics, ein sehr einfach bedienbares, aber leistungsfähiges Tool. Aus Datenschutzsicht ohne wesentliche Risiken nutzbar.

Google reCAPTCHA

Für WordPress gibt es das Plugin Contact Form 7 Image Captcha, das ich auch selbst benutze und sehr zufrieden damit bin.

Wer kein WordPress nutzt, sollte sich die verfügbaren PHP-Lösungen anschauen. PHP wird eigentlich von jedem Server, den man heutzutage mieten kann, unterstützt. Beispielsweise Securimage, welches als alleinstehendes Tool, aber auch als WordPress-Plugin angeboten wird.

Aktuell arbeite ich an einer eigenen Lösung, die leicht zu nutzen und zu integrieren ist. Bei Interesse empfehle ich, sich zu meinem Newsletter anzumelden. Sobald die Lösung verfügbar ist, erhalten Sie eine Information.

Google Tag Manager

Bevor der Tag Manager geladen werden darf, muss der Nutzer um Erlaubnis gebeten werden. Daher rate ich dazu, die damit zu ladenden Tools lieber direkt zu laden. Am besten sorgt man dafür, nur Tools einzusetzen, die keiner Einwilligung bedürfen.

Oft ist es sinnvoll, bestimmte Dienste einfach nicht mehr zu verwenden. Nicht selten sind diese Dienste einfach noch von früher da oder der Nutzen war nie wirklich erkennbar.

Meine Lösung namens UnTagManager ersetzt den Tag Manager, wenn es um das reine Nachladen von Scripten geht.

Fazit

Für fast jedes Google Tool gibt es eine gute oder sehr gute Alternative. Sollte es keine gute Alternative geben, ändert das nichts an der Rechtslage. Hier empfehle ich, den tatsächlichen Nutzen den rechtlichen Risiken entgegenzustellen.

Wenn Sie nicht weiterwissen oder andere Tools als die genannten einsetzen, schreiben Sie mir doch. Ich ergänze die Übersicht gerne.

Mir ist des Öfteren aufgefallen, dass einige an sich datenschutzfreundliche Lösungen Probleme beim Einhalten von Formalien haben. So fehlen nicht selten Impressum oder Datenschutzerklärung oder sind nicht ordentlich erreichbar. Das Impressum muss nahezu immer angegeben werden (entweder wegen geschäftsmäßigem Betrieb der Webseite oder wegen Meinungsäußerungen, die fast immer anzutreffen sind). Die Datenschutzerklärung muss für alle Webseiten, die ein Angebot im Weiteren Sinne darstellen, angegeben werden, weil auf jeder Webseite Netzwerkadressen als personenbezogene Daten erhoben werden. Auch fehlen oft Angaben zu geeigneten Garantien (AVV, TOM’s o. ä.).

Das führt dazu, dass einige datenschutzfreundliche Produkte nicht uneingeschränkt weiterempfohlen werden können. Ich wurde beispielsweise auf Searx, eine vorgeblich datenschutzfreundliche Suchmaschine, aufmerksam gemacht. Ich bestreite erst einmal nicht, dass die Betreiber von Searx Datenschutz ernst nehmen. Jedoch fehlen auf einer Instanz eines deutschen Betreibers sowohl ein Impressum als auch eine Datenschutzerklärung. Auch eine Mailadresse findet man nicht, um den Betreiber darauf aufmerksam zu machen. Damit ist ein solches Produkt unnötigerweise für viele irrelevant geworden.

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Wer schreibt hier?
Mein Name ist Klaus Meffert. Ich bin promovierter Informatiker und beschäftige mich seit über 30 Jahren professionell und praxisbezogen mit Informationstechnologie. Im Jahr 2017 bin ich zum Datenschutz gekommen. Mir sind juristische Gegebenheiten nicht fremd. Ich versuche, meine Ergebnisse durch Betrachtung von Technik und Recht zu gewinnen. Das scheint mir jedenfalls absolut notwendig, wenn es um digitalen Datenschutz geht. Ich würde mich freuen, wenn Sie meinen Newsletter abonnieren.
Bitte nutzen Sie bei Verwendung meiner Ergebnisse die Quellenangabe oder verlinken Sie gut wahrnehmbar auf diesen Artikel:
Quelle: Klaus Meffert, Dr. DSGVO Blog, Link: https://dr-dsgvo.de/google-tools-alternativen-fuer-website
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