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Google Analytics verboten: Welche datenschutzfreundlichen Alternativen gibt es?

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Google Analytics wurde in kürzester Zeit von zwei Datenschutzbehörden als rechtswidrig eingestuft. In beiden Fällen war der Datentransfer in die USA durch das Tracking Tool der Grund. Der Beitrag zeigt, dass es gute Alternativen gibt, die rechtskonform sind. Sogar das Conversion Tracking geht ohne Google Analytics.

Einleitung

Die Datenschutzbehörde aus Österreich hatte aufgrund einer Beschwerde der Datenschutzorganisation noyb eine Fallprüfung durchgeführt und festgestellt, dass eine Einwilligung für den Einsatz von Google Analytics fehlte. Konkret ging es um eine Einwilligung nach Art. 49 Abs. 1 b DSGVO.

Die französische Datenschutzbehörde CNIL kam zu einem ähnlichen Ergebnis, ging aber nach meinem Verständnis noch weiter. Die CNIL argumentierte, dass Google Analytics gar nicht in der EU einsetzbar ist, weil Google nicht genug unternehme, um die Daten europäischer Bürger vor dem Zugriff durch amerikanische Geheimdienste zu schützen.

Auch die Niederlande haben angekündigt, einen Beschluss wegen Google Analytics zu erlassen. Man muss kein Hellseher sein, um zu erahnen, dass dabei nicht viel Gutes herauskommen wird. Generell steht für mich allerdings schon seit langem fest: Google Analytics kann (höchstens) nach einer vorliegenden Einwilligung rechtskonform genutzt werden. Eine Ausnahme ist das serverseitige Tracking.

Beschlüsse von Behörden bedeuten nicht automatisch ein Verbot. Jedoch haben sie eine gewisse Relevanz. Gerichte werden sich womöglich daran orientieren.

Zudem stimmt es ja auch: Google Analytics verarbeitet alle Analytics-Daten immer in den USA, wie Google selbst zugeben musste. Der Cloud Act sowie weitere amerikanische Gesetze (etwa EO12333, FISA 702) geben amerikanischen Behörden weit reichende Befugnisse, die nicht mit der DSGVO in Einklang zu bringen sind.

Ein Verbot im juristischen Sinne gibt es wohl nur, wenn entweder ein Wettbewerbsverstoß mit einer Unterlassungserklärung versehen wurde; in diesem Fall gälte das Verbot nur für einen Marktteilnehmer. Ähnlich wäre es wohl, wenn eine Behörde einen Beschluss gegen einen Marktteilnehmer erlassen hätte. Oder, wenn der BGH oder der EuGH ein solches Urteil gefällt hätten und dieses ganz konkret auf andere Einzelfälle anwendbar wäre. Was ich sagen will: Die Frage nach dem Verbot ist eher philosophischer Natur. Das Risiko Ärger zu bekommen, ist jedenfalls erheblich größer, wenn Google Analytics eingesetzt wird.

Google Analytics hat für die meisten Webseiten-Betreiber einen Grenznutzen von genau null.

Meine unbewiesene Behauptung. Statt vom Grenznutzen könnte man sogar vom Nutzen sprechen.

Ich behaupte aus Erfahrung: Die meisten Betreiber deutscher Webseiten benötigen Google Analytics generell nicht. Viele stünden nicht schlechter da, wenn sie nicht einmal einen Besucherzähler auf ihrer Webseite hätten. Aber selbst der Nutzenzugewinn, den Google Analytics angeblich gegenüber anderen Analytics-Tools haben soll, ist vorwiegend gleich null. Dieser Nutzenzugewinn wird auch Grenznutzen genannt.

Wer unbedingt wissen muss, wie viele Besucher die eigene Webseite hat, für den stelle ich nachfolgend einige datenschutzkonforme Möglichkeiten vor. Nicht nur das simple Besucherzählen ist damit möglich. Sogar detaillierte Statistiken können datenschutzkonform generiert und ausgewertet werden. Diese Details braucht fast niemand. Aber sie suggerieren, dass man alles erhält, was man braucht. So erspart man sich die ein oder andere Diskussion mit Menschen, die alles messen wollen, obwohl dadurch nicht mehr Umsatz entsteht.

Als wäre das nicht schon genug, ist auch das sogenannte Conversion Tracking ganz ohne Google Analytics möglich. Es mag für manche schwer vorstellbar sein, aber ein Leben ganz ohne Google ist möglich. Das gilt auch dann, wenn Online Marketing im Vordergrund steht. Sogar Ihr Smartphone funktioniert, ohne Daten an Google zu senden.

Analyse von Webseiten-Besuchern

Vereinfachend spreche ich hier vom Besucherzählen. Wie ich gleich zeigen werden, leisten die genannten Analyse-Tools aber weit mehr als das. Ich bin sicher: Die meisten von Ihnen brauchen derart viele Informationen nicht. Schon gar nicht brauchen die meisten von Ihnen die noch viel umfangreicheren Statistiken, die Google Analytics liefert.

Folgende Empfehlungen für Analyse-Tools kann ich insbesondere geben:

  • Matomo
  • Trackboxx
  • WP Statistics für WordPress
  • Log File Analysierer (hier beschränke ich mich auf ein beliebiges Beispiel. Sie werden sicher über eine Suchmaschine weitere Beispiele finden)

Die ersten beiden genannten Tools kenne ich recht gut. Von Trackboxx weiß ich, dass der Anbieter sehr großen Wert auf Datenschutz legt. Sogar das Fingerprinting wurde so ausgerichtet, dass es mit dem TTDSG in Einklang zu bringen ist.

Matomo

Matomo sollte lokal installiert werden. Lokaler Betrieb bedeutet, dass der Dienst auf einem eigenen Server läuft, am besten auf dem Server, auf dem die eigene Webseite läuft. Matomo funkt dann keine Daten zu Dritten. Anders verhält es sich beim Cloud Service von Matomo. Dieser läuft auf dem Server des Matomo-Anbieters. Das ist rechtlich machbar, bedarf aber eines geeigneten Vertrags, wie etwa eines AVV.

Auch sollte die Matomo-Konfiguration so angepasst werden, dass keine Cookies verwendet werden. Details sind in meinem Beitrag zu Matomo zu finden. Matomo kann mit einem Plugin beispielsweise leicht in WordPress eingebunden werden. Die Basisversion ist kostenfrei und lässt keine wichtigen Features vermissen.

Trackboxx

Trackboxx ist ein Analytics-Tool eines deutschen Anbieters. Im Gegensatz zu Matomo ist Trackboxx kostenpflichtig. Dafür erscheint das Tool leichter handhabbar und bietet einen ordentlichen Support. Soweit ich es verstanden habe, ist Trackboxx darauf ausgelegt, einfach bedienbar zu sein und hat hier Matomo vielleicht etwas voraus. Wie das Dashboard zeigt, ist es tatsächlich leicht möglich, sich mit Trackboxx einen fundierten Überblick über die Besucher einer Webseite zu verschaffen.

Besucherstatistik mit Trackboxx.

Das Trackboxx-Dashboard zeigt alle wichtigen Informationen. Ein Graph zeigt den Verlauf der Besucher. Wer wissen will, welche Seiten und Beiträge am beliebtesten sind, muss im Dashboard nur nach unten scrollen.

Trackboxx: Statistik der beliebtesten Seiten und besten Referrer.

Eine Liste der Referrer zeigt die Quelle der Aufrufe. Wie im Bild zu sehen, ist (leider) immer noch Google der größte Traffic-Bringer. Das wird sich hoffentlich bald ändern. Haben Sie eigentlich schon Ihre Suchmaschine auf DuckDuckGo, Ecosia oder eine andere datenschutzfreundliche Variante umgestellt?

Ein sehr schönes Feature von Trackboxx ist die Anzeige der Keywords, über die Besucher per Suche auf Ihre Webseite gelangten.

Trackboxx: Schlüsselworte, die zu einem Seitenbesuch führten.

Mit diesem Wissen kann die eigene Webseite inhaltlich noch besser ausgerichtet werden. Gute Keywords können weiter optimiert und schlechte entsprechend verbessert werden, wenn es aussichtsreich erscheint.

WP Statistics

WP Statistics ist ein WordPress-Plugin. Um Verwechslungen zu vermeiden: Ein ganz anderes Tool mit ähnlichem Namen ist WP-Stats. Auch gibt es ein Tool namens WordPress Stats. Das sind beides andere Dienste, die datenschutzrechtlich sogar kritisch zu bewerten sind. Hier geht es um WP Statistics. Das Plugin ist kostenfrei erhältlich und bietet alles, was benötigt wird. Eine umfangreiche Konfiguration erlaubt das Deaktivieren von Cookies und das schonende Berücksichtigen von IP-Adressen. Auch einen Report per Email gibt es, wenn gewünscht.

Die Statistiken werden direkt im WodPress-Dashboard angezeigt.

WP-Statistics: Besucherstatistik im WordPress-Dashboard.

Unter dem Hauptmenüpunkt Statistik (im WordPress-Dashboard) verbergen sich weitere Statistiken. Unter anderem sind dies die Top 10 Seiten inklusive der Gesamtaufrufe, die Top 10 Browser, welche die Besucher nutzten sowie die Suchmaschinen-Verweise. Insgesamt ein, wie ich finde, sehr nützlicher Dienst für WordPress-Webseiten.

AWStats

Eine andere Möglichkeit, die Besucher einer Webseite zu analysieren, ist die Untersuchung von Server Logs. Das geht am einfachsten mit sogenannten Log File Analyzern. Ein prominentes Beispiel ist AWStats. AWStats ist Open Source und kann dementsprechend leicht an eigene Bedürfnisse angepasst werden.

Ein Server Log File wird auch als Protokolldatei bezeichnet. Diese Datei enthält Informationen über Zugriffe einer Webseite auf Netzwerkebene. Damit können Besucher gezählt werden.

Die Statistiken von AWStats sind eher technisch orientiert. Man muss aber kein Mathematiker sein, um sie lesen zu können.

Statistik von AWStats zur Anzahl der Website-Besucher.

Achten Sie allerdings darauf, dass in Ihren Server Logs keine anlasslose Protokollierung voller IP-Adressen stattfindet. Denn dies ist nach aktuellem Kenntnisstand rechtswidrig. Sollten Sie anderer Meinung sein, dann folgen Sie dem eben genannten Link und lesen Sie meinen Beitrag dazu!

Conversion Tracking

Beim Conversion Tracking versucht man herauszufinden, ob eine Werbemaßnahme funktioniert hat. Ein häufiges Beispiel ist die Analyse von geschalteten Werbeanzeigen auf der Google Werbeplattform (Google Ads). Google Ads erwähne ich hier nur deswegen exklusiv, weil Google Analytics dafür optimiert wurde.

Oft werden mehrere verschiedene Varianten einer Anzeige geschaltet. Anzeigen sind so auf unterschiedliche Keywords optimiert oder sprachlich leicht anders gestaltet. Beispielsweise kann man so versuchen herauszufinden, ob eine Anzeige besser funktioniert, wenn der Werbeempfänger mit „Sie“ statt mit „Du“ angesprochen wird.

Eine Konvertierung liegt dann vor, wenn ein Minimalziel erreicht wurde, nachdem ein Nutzer auf eine Anzeige geklickt hat. Wie oft eine Anzeige angezeigt oder angeklickt wurde, muss man nicht extra messen. Denn hierfür gibt es Berichte, die Google den Werbekunden bereitstellt.

Haben Sie drei Werbeanzeigen, so möchten Sie vielleicht wissen, welche davon die meisten Verkäufe erwirkt hat. Andere Ziele, also Conversions, könnten das Abonnieren eines Newsletters, das Bestellen eines White Papers, das Ausfüllen eines Kontaktformulars oder das Registrieren zu einem Webinar sein.

Um zu messen, ob eine Anzeige zu einer solchen Konvertierung geführt hat, ist selbstverständlich Google Analytics nicht erforderlich. Vielmehr muss man „nur“ in der Lage sein, jede eigene Werbeanzeige eindeutig zu identifizieren. Das geht über mindestens drei verschiedene Mechanismen:

  1. Jede Werbeanzeige ruft eine andere Landing Page auf (also eine andere URL auf Ihrer Website).
  2. Jede Werbeanzeige verwendet unterschiedliche URL-Parameter oder Parameterwerte.
  3. Google Ads ist so konfiguriert, dass die gclid beim Klick auf eine Werbeanzeige an Sie übergeben wird (oder UTM-Parameter verwenden).

Die gclid ist der Google Click Identifier. Die gclid wird in Form eines URL-Parameters an Sie übergeben. Google Analytics führt diese gclid automatisch mit. Das macht es verführerisch, diesen datenschutzfeindlichen Tracker zu nutzen. Sie können aber auch in einem Google Ads Konto das sogenannte Auto-Tagging aktivieren. Damit wird die gclid automatisch mitgeführt, wenn eine Ihrer Anzeigen angeklickt wird. Die Einstellung dafür sollte in den Kontoeinstellungen von Google Ads zu finden sein.

Mithilfe sogenannter UTM-Parameter kann ebenfalls darauf geschlossen werden, welche Kampagne oder Anzeigengruppe zu einem Klick bzw. Besuch Ihrer Landing Page geführt hat. UTM steht für Urchin Tracking Module. Urchin war der frühere Name von Google Analytics. UTM-Parameter sind nichts anderes als URL-Parameter, die direkt von Google Analytics unterstützt werden. Statt Analytics kann natürlich auch jedes andere Tool oder ein eigenes Script die Parameter verarbeiten.

Ruft jede Ihrer Werbeanzeigen eine eigene Seite (URL) auf, ergibt sich daraus bereits, welche Werbeanzeige wie oft zum Aufruf einer Seite führte. Um den direkten Traffic von den Aufrufen zu unterscheiden, die durch Anzeigen-Klicks zustande kamen, können Sie die Linkquelle auswerten. Die Linkquelle wird auch als Referrer bezeichnet.

Statt den Referrer zu nutzen, können Sie auch einfach bestimmte URL-Parameter in Ihren Werbeanzeigen setzen, die außerhalb Ihrer Werbeanzeigen nicht zum Einsatz kommen. In den meisten Fällen sollte das ausreichen, um die Herkunft eines Klicks zu erkennen. Wenn Sie böse Konkurrenten haben, könnten Betrugsversuche Ihre Statistik verfälschen.

So oder so. Mit den eben genannten Möglichkeiten können Sie sicher erkennen, welche Werbeanzeige zum Aufruf einer Ihrer Seiten führte. Nun muss bei Durchführung einer Konvertierung auf Ihrem System protokolliert werden, dass die Konvertierung durch Werbeanzeige X zustande kam. Dafür muss der Weg vom Klick der Anzeige hin zur Ausführung der Konvertierung verfolgt werden. Das ist möglich über

  • Cookies
  • URL-Parameter
  • Referrer-Auswertung

Cookies sind wegen § 25 TTDSG seit dem 01.12.2021 keine so gute Idee mehr.

URL-Parameter sind eine gute Möglichkeit, die sogar funktioniert, wenn es sich bei der Landing Page für die Werbeanzeige und der Seite, auf der die Konvertierung stattfand, um zwei verschiedene Seiten handelt.

Eine Referrer-Auswertung ist brauchbar, wenn die Landing Page die Seite ist, auf der die Konvertierung stattfindet. Es erscheint sinnvoll, zumindest darüber nachzudenken, eine gemeinsame Seite für den Einstieg und für die Konvertierung zu haben. So erspart man dem Nutzer jedenfalls eine Wartezeit für den Übergang von der Landing Page zur Konvertierungsseite. Außerdem ist so das Conversion Tracking leichter möglich.

Wer tausende Euro für Google Ads ausgibt, sollte ein paar Hunderter für ein rechtskonformes Conversion Tracking übrig haben.

Unabhängig davon, dass das Einhalten von rechtlichen Vorgaben nicht abhängig von monetären Betrachtungen ist.

Was soll ich Ihnen sagen? Für das Conversion Tracking ohne Google Analytics brauchen Sie jemanden, der programmieren kann. Vielleicht bekommt es ein talentierter Amateur auch selber hin, wenn es sich bei Landing Page und Conversion Page um dieselbe Seite handelt. Wer Google Ads betreibt, hat sowieso einige Tausend Euro übrig. Denn wer mit 50 Euro Werbeausgaben anfängt, kann es auch gleich sein lassen. Hier könnte man tiefer einsteigen. Google ist nicht dumm. Die ersten Werbeanzeigen werden von Google, so meine Theorie und eigene Beobachtung, möglicherweise begünstigt, um den Appetit größer werden zu lassen.

Ich bedaure es so sehr, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sie Geld ausgeben müssen, um Konvertierungen ordentlich zu messen. Eigentlich bedaure ich es aber auch wiederum nicht, dies zu sagen. Denn bekanntlich leben wir in einer hochkomplexen Welt. Es gibt kaum etwas umsonst. Und wenn umsonst, dann ist es meist eine schlechte oder wenig ausgereifte oder rechtswidrige Lösung. Wer alles selber machen kann, kann sicher nicht nur programmieren, sondern auch noch das Bad fliesen, das eigene Auto reparieren, sein Haus bauen, die Steuererklärung machen oder einen Gerichtsprozess führen. Alle anderen sollten akzeptieren, dass es für bestimmte Aufgaben jeweils eines anderen Experten bedarf, der in aller Regel in der Währung des Kapitalismus entlohnt werden möchte.

Der Hauptvorteil von Google Ads: Scheitern wird schneller erkannt.

Meine Beobachtung, leicht zugespitzt formuliert.

Für die meisten von Ihnen habe ich eine gute Nachricht. Google Ads sind Bullshit, jedenfalls für fast alle potentiellen Werbekunden. Sie brauchen Google Ads nicht. Jeder kann Google Ads buchen. Warum sollten ausgerechnet Sie erfolgreich mit Google Ads sein? Ich bekam kürzlich von Google eine Meilenstein-Mail, dass diese Webseite, die Sie gerade sehen, zig tausend Klicks innerhalb von 28 Tagen in der Google Suchmaschine verzeichnen konnte. Die genaue Zahl nenne ich hier nicht. Es war jedenfalls eine ziemlich beeindruckende Zahl. Gerne verrate ich Ihnen hiermit, dass meine Werbeausgaben genau null Euro betrugen.

Um die Objektivität nicht völlig aus dem Auge zu verlieren, möchte ich Ihnen einen Gastbeitrag zu Google Ads auf Dr. DSGVO empfehlen. Darin beschreibt Michael Hammer nicht nur die Funktionsweise, sondern auch, wann Google Ads sinnvoll sein können. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Ich denke, die meisten Experten werden mit mir einer Meinung sein: Geld für Werbung auszugeben lohnt sich erst und höchstens dann, nachdem alle wichtigen Maßnahmen erledigt wurden. Ein schneller Sieg ist selten realistisch.

Fazit

Google Analytics ist für die meisten Website-Betreiber ohne jeden Mehrwert. Für die zahlenmäßig immer noch vielen, die einen Nutzen aus dem Tracking-Tool von Google ziehen könnten, gibt es gute Alternativen.

Für das reine Besucherzählen und Ermitteln der beliebtesten Beiträge reichen Tools wie Trackboxx, Matomo oder ein Log File Analyzer völlig aus. Für weit verbreitete Webseiten-Systeme wie WordPress gibt es weitere leistungsfähige Möglichkeiten, die für die meisten Bedürfnisse mehr als ausreichend sein sollten.

Google Analytics ist für das Auswerten von Nutzerströmen meistens völlig unnötig.

Siehe die im Beitrag genannten Alternativen.

Ich halte es für ein Märchen, dass Google Ads Werbung wirklich etwas bringt. Im Einzelfall mag der Erfolg durchaus vorhanden sein. Vor allem sehe ich aber den Erfolg bei Werbeagenturen, die Google Werbung verkaufen, sowie bei Google als Geldmagneten. Über alle Märkte gesehen, sind nicht sonderlich viele Marktteilnehmer mit Google Ads Werbung erfolgreich, wenn man es prozentual betrachtet. Das ist nur eine Behauptung aus eigener Erfahrung und zahlreichen Gesprächen mit anderen Unternehmern. Auch meine provokante Frage, mir doch bitte ein Beispiel für erfolgreiches Google Ads Marketing zu nennen, blieb bisher unbeantwortet.

Übrigens könnte ich selber ein positives Beispiel für Google Ads Werbung nennen. Die Einschränkung hierzu ist aber, dass der Markt zu der Zeit extrem günstig war. Ich bezeichne das als Singularität. Wer auf solche außergewöhnlichen Bedingungen wartet, wird allerdings auch andere Möglichkeiten als Google Ads finden, um erfolgreich zu sein.

Google Ads sollten an sich in Frage gestellt werden. Wer dennoch Google Ads nutzt und Conversions messen möchte, schafft das auch ohne Google Analytics.

Gilt natürlich nur für diejenigen, die nicht den einfachsten Weg beschreiten möchten.

Mir wurde auf meine kritische Frage hin einmal ein Erfolg mit Google Ads gemeldet. Später stellte sich heraus, dass nur eine von ganz vielen Werbeanzeigen zu einem Kauf führte. Weil das Produkt aber hochpreisig war, lohnte es sich.

Wann fangen Sie an, auf Google Dienste zu verzichten? Sie könnten sich auch bei Facebook abmelden, sofern sie diese Plattform überhaupt noch nutzen. Auch WhatsApp kann man vermeiden. Besser sind Threema, Signal oder MySMS.

Wer schreibt hier?
Mein Name ist Klaus Meffert. Ich bin promovierter Informatiker und beschäftige mich seit über 30 Jahren professionell und praxisbezogen mit Informationstechnologie. Im Jahr 2017 bin ich zum Datenschutz gekommen. Mir sind juristische Gegebenheiten nicht fremd. Ich versuche, meine Ergebnisse durch Betrachtung von Technik und Recht zu gewinnen. Das scheint mir jedenfalls absolut notwendig, wenn es um digitalen Datenschutz geht. Über neue Beiträge werden Sie informiert, wenn Sie meinen Newsletter abonnieren. Über Ihre Unterstützung für meine unabhängige Berichterstattung würde ich mich besonders freuen.
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Kommentare von Lesern

Die Kommentare drücken die Meinungen der jeweiligen Kommentargeber aus
  1. Stefan

    Sehr spannender Artikel! Wir überlegen uns die Nutzung von nilly (www.nilly.io) aus der Schweiz. Habt ihr diese Lösung mal angeschaut oder vielleicht eine Empfehlung dazu?

  2. Stefan Meyer

    Tackboxx wird laut Impressum von einem Privatmann betrieben. Hm. Das Risiko würde ich für unsere Daten nicht eingehen. Wir brauchen sicheren 24/7 Betrieb, Support und langfristige Verlässlichkeit.
    Wir schauen uns gerade Piwik und etracker an. Gibt es dazu Einschätzungen, Herr Dr. DSGVO?

    • Dr. DSGVO

      zu Trackboxx: Das stimmt nicht. Es mag sich um eine Personengesellschaft handeln, aber nicht um einen Privatmann. Soweit mir bekannt ist, arbeiten mehrere Mitarbeiter für diese Gesellschaft.
      Den Support sehe ich nicht als gültiges Argument an: Google Analytics bietet in der sehr weit vrebreiteten Variante – soweit ich weiß – gar keinen echten Support.
      Zur langfristigen verlässlichkeit: Auch hier hätte Google Analytics versagt, da faktisch nicht mehr ohne erhebliche Risiken einsetzbar.

      ETracker ist an sich wesentlich besser als Google Analytics. Ich habe in Erinnerung, dass bei meiner letzten Betrachtung von eTracker von vor ein paar Monaten kleine Fragezeichen offen war.
      Sie müssten prüfen, ob a) keine Cookies zum Einsatz kommen UND b) das Fingerprinting minimal und zeitlich stark begrenzt ist.
      Meine Erfahrung ist, dass das eTracker Dashboard etwas kompliziert ist. Das von Trackboxx finde ich persönlich besser.

      Zu Piwik/Matomo: Hierzu kann ich nichts Näheres sagen. Die kostenfreie (lokale) Variante ist gut, erfordert aber einige Konfigurationsarbeit. Ich vermute, das ist bei der kostenpflichtigen Version auch so. Zudem ist Piwik im Gegensatz zu den vorigen beiden Diensten nicht aus Deutschland. Bei Matomo stehen in den Datenschutzhinweisen unter “Third party services we use” auch Datenempfänger in den USA. Das ist für mich ein großer Mangel. Zudem sucht man lange, bis man herausfindet, wer Matomo eigentlich ist (Firmierung, Land). Bei deutschen Firmen muss man meist nur wenig mehr als 0 Sekunden suchen, um das Impressum zu “finden”.

  3. Martin

    Hallo Dr. DSGVO,
    ein sehr interessanter Artikel. Vielen Dank dafür!
    Ich habe vor Kurzem Panelbear (panelbear.com) entdeckt und frage mich, ob ihr/du dazu bereits eine Einschätzung habt/hast.
    Es könnte ggf. interessant als Alternative zu GA und anderen Lösungen sein.
    Das Tool wirbt mit cookieless Tracking bzw. Minimierung/Anonymisierung von Daten. Ich sehe hier zwei Spannungsfelder: zum einen bedeutet cookieless nicht unbedingt rechtskonform und ist daher etwas auszuklammern (bitte um Korrektur falls falsch). Zum anderen ist das Tool eine SaaS Lösung und Daten werden – soweit ich das überblicken kann – irgendwo im Ausland gespeichert. Ist (und wenn ja, ab welchem Grad) die Speicherung von Daten im Ausland rechtskonform, wenn diese entsprechend minimiert/anonymisiert sind? Tappe ich hier gar im Dunklen, da ich Tracking mit einer reinen statistischen Auswertung vermische?

    • Dr. DSGVO

      Vielen Dank für die Rückmeldung und Frage zu Panelbear. Ja, es stimmt. Es geht nicht nur um Cookies, sondern auch um sonstige Datentransfers zu Dritten bzw. Transfers, die nicht notwendig sind (“milderes Mittel” vorhanden).
      Ich kenne das Tool nicht. Ein Blick auf die Webseite lässt die Vermutung zu, dass Daten auch in den USA gehalten werden. Hierzu gehören wohl auch personenbezogene Daten (etwa IP-Adressen oder Nutzerprofile). Dies wäre ein Problem wegen des Schrems II-Urteils (Privacy Shield ungültig).

      Ich kann ad hoc daher keine Empfehlung für Panelbear aussprechen, sondern auf deutsche oder europäische Lösungen verweisen, die erst kürzlich hier auf Dr. DSGVO genannt wurden: https://dr-dsgvo.de/google-analytics-verboten-was-sind-die-alternativen/

  4. Jenny

    Hallo Herr Meffert,
    vielen Dank für den interessanten und sehr detaillierten Artikel. Die Argumentation hinsichtlich der Messungen auch ohne Google Analytics ist durchweg nachvollziehbar und einen Gedanken wert. Was ich nicht verstehe, ist der gedankliche Schritt von der Messung zur Conclusio, dass Google Ads als solches keinen Mehrwert bringen.
    Sicher sind mit einem guten SEO auch gute SERP-Ergebnisse (über einen gedehnten Zeitraum) zu erziehlen, aber davon hat beispielsweise eine Vermarktungs-Kampagne nichts – will ich mein Produkt doch zeitnah dort platzieren, wo sich die Zielgruppe am ehesten aufhält (in der Suchmaschine) und wo möglicherweise genau jetzt der Bedarf für mein Produkt vorhanden ist (Bsp. Saison). Ich nutze als Marketer Google Ads ja nicht nur wegen der Messbarkeit (die habe ich in jedem anderen Kanal auch), sondern wegen der breiten Streuung und dem zielgerichteten Targeting. Insofern kann ich den Sprung von der Messbarkeit ohne Analytics (ja!) hin zu der “Verbannung” von Google Ads als Werbeinstrument (wieso?) nicht gut nachvollziehen. Habe ich da was falsch verstanden?

    • Dr. DSGVO

      Es kann schon sein, dass Google Ads für manche Unternehmen eine Erfolg-bringende Maßnahme sind. Ich persönlich kenne aus Gesprächen, Erfahrungen und eigenen Praxistests mehr negative als positive Beispiele.

      Einer meiner Punkte ist: Bevor Google Ads sinnvoll erscheint, sollte man erst einmal zahlreiche andere Dinge optimiert haben. Die meisten haben diesen Prozess nicht abgeschlossen, bevor sie Geld auf Google werfen.

      Google Analytics und Google Ads: sind erst einmal unabhängig von einander, werden aber oft in Kombination als “gegenseitige Begründung” für den Einsatz von Google Analytics genannt.

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